Sichere Luftfracht


Zum Schutz vor terroristischen Angriffen auf die Luftfahrt wurden seit 2001 immer wieder die Bedingungen für den Versand von Luftfracht verschärft. So dürfen nur diejenigen Sendungen als sichere Luftfracht (Status: SPX oder SCO) verschickt werden, die sich ab ihrer Entstehung ausschließlich in einer sicheren Lieferkette befunden haben oder durch ein geeignetes Verfahren von einer zertifizierten Fachfirma sicher gemacht wurden.

Wie sieht eine solche sichere Lieferkette aus?

Um die Manipulation der Luftfracht zu jedem Zeitpunkt ausschließen und ihre Sicherheit gewährleisten zu können, müssen alle an der Lieferkette Beteiligten umfangreiche Sicherheitsmaßnahmen einhalten. Für den Produzenten war es dabei während einer längeren Übergangsfrist ausreichend, wenn er sich zur Einhaltung dieser Maßnahmen verpflichtet hatte und als Bekannter Versender registriert war. Dieses reicht nun nicht mehr aus! Seit dem 29.04.2013 müssen bekannte Versender durch das Luftfahrtbundesamt (LBA) zertifiziert sein, damit ihre Fracht den erforderlichen Sicherheitsstatus erhält.

  • SPX: Die Fracht ist sicher für den Versand in allen Passagier- und Frachtmaschinen.
  • SCO: Die Fracht ist sicher für den Versand in Nur-Fracht- und nur Nur-Post-Flugzeugen.

Handelt es sich bei dem Hersteller nicht um einen Bekannten Versender, kann der Status auch durch die Kontrolle der Fracht durch einen zertifizierten Spezialisten mit Hilfe geeigneter Verfahren (manuelle Untersuchung, Röntgen, Sniffen) erlangt werden. Um den Aufwand und die Gefahr für die Waren dabei möglichst gering zu halten, bietet es sich an, dieses durch einen zertifizierten Verpacker durchführen zu lassen.

Damit die Luftfracht diesen Status auch behält, ist es notwendig, dass alle Spediteure und Verpacker, die ab Statusvergabe bis zu Anlieferung am Flughafen Zugang zu der Sendung erlangen, als reglementierte Beauftragte durch das LBA zertifiziert sind. Nur dann handelt es sich um eine „sichere Lieferkette“!

Hat die Luftfracht bei der Anlieferung am Flughafen nicht den Sicherheitsstatus SPX oder SCO ist es notwendig, die Fracht vor Ort durch eine Fachfirma sicher machen zu lassen. Dieses bringt nicht nur einen hohen finanziellen und vor allem zeitlichen Aufwand mit sich, sondern stellt auch häufig ein Risiko für die Qualität der Waren da.

Wie wird man „Bekannter Versender“?

Die Zertifizierung zum Bekannten Versender (b.V.) führt das LBA durch. Hierzu müssen die Unternehmen folgende Voraussetzungen erfüllen:

  • Erstellung und Umsetzung eines Luftsicherheitsprogramms,
  • Physische Sicherung der identifizierbaren Luftfracht vor Manipulation durch räumliche Abtrennung,
  • Einreichung einer verbindlichen Verpflichtungserklärung zur Einhaltung,
  • Ernennung, Sicherheitsüberprüfung und Schulung von mindestens 2 Luftsicherheitsbeauftragten,
  • Überprüfung und Schulung des Personals mit Zugang zu identifizierbarer Luftfracht.

Sind all diese Punkte umgesetzt und im Rahmen eines Audits durch Mitarbeiter des LBA vor Ort überprüft worden, erhält das Unternehmen den Status des bekannten Versenders und eine in der LBA-Datenbank registrierte Zulassungsnummer.

Weitere Informationen zur Luftfrachtsicherheit finden Sie auch auf den Internetseiten des LBA.

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